Whiphala – indigene Bewegung

Die Whiphala ist neben der Trikolore (rot, gelb und grün) offizielle Flagge des plurinationalen Staates Boliviens. Obwohl es ein andines Symbol ist und damit aus dem Hochland stammt, soll es alle indigenen Gruppen Boliviens, also auch die des Tieflands, repräsentieren. Damit soll der indigenen Vielfalt Rechnung getragen werden. Sie wurde nach der Neugründung des Staates 2009 unter Evo Morales offizielles Staatssymbolund wird auf offiziellen Dokumenten, Polizeiuniformen etc. neben der Trikolore abgebildet.

Ursprünglich ein Kalender, wurde die Whiphala während indigener Emanzipationsbestrebungen der 1990er Jahre zum Symbol der Indigenen in Bolivien. Neben der bolivianischen Whiphala gibt es drei weitere, die sich in der Anordnung der Farbreihen unterscheiden. Jede der vier Whiphalas repräsentiert einen der vier historischen Teile des Tahuantinsuyu – des Inka-Staates vor der Conquista und bedeutet sinngemäß aus dem Quechua übersetzt in etwa „Reich der vier Teile“.

Die hier abgebildete Whiphala ist die des Qullasuyu. Es war der Teil des Tahuantinsuyu, der in großen Teilen im heutigen Bolivien liegt.

mh

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Raum 02.5 – Unabhängigkeit, Reformen & Revolutionen, Autokratien & Demokratien

Die graphische Einführungsreportage zeigt einen haitianischen Geldschein, die ütze Che Guevaras, die Wiphala-Fahne und das Logo der MLN-Guerilla.
Unabhängigkeit, Reformen & Revolutionen, Autokratien & Demokratien

Wer an Lateinamerika denkt, denkt oft auch an sogenannte Bananenrepubliken und politisch instabile Regionen und Regime. 

Tatsächlich kam es in der wechselhaften Geschichte Lateinamerikas immer wieder zu verschiedenartigen Umstürzen und Regimewechseln, die in Teilen bis heute auf die Eroberung durch die Europäer zurückzuführen sind oder im Zusammenhang mit der Politik Europas stehen. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, knapp 50 Jahre nach den Vereinigten Staaten, formten sich Unabhängigkeitsbewegungen in den Amerikas, angefangen mit Haiti, die zur Bildung der heutigen Staaten führten. Besondere Bekanntheit erlangte dabei der Libertador Simón Bolívar, nach dem der Staat Bolivien benannt wurde, der aber auch an vielen weiteren Unabhängigkeitskämpfen beteiligt war. 

Revolutionen waren häufig mit wichtigen und bis heute spürbaren Reformen verbunden, wie bspw. der Agrarreform von 1953 in Bolivien, die der Revolution 1952 folgte. 

Darüber hinaus kam es immer wieder auch zu Staatsstreichen und Putschen, wie beispielsweise der von der CIA gestützte Putsch des demokratisch gewählten Präsidenten Allende durch Pinochet, der ein autoritäres und verbrecherisches Regime installierte und das heutige, demokratische Chile nachhaltig beeinflusst. Trotz der politisch instabilen Lage in Teilen Lateinamerikas darf nicht vergessen werden, dass viele der lateinamerikanischen Staaten ältere Demokratien sind als die vieler europäischer Staaten. 

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