Kunturimanta Sipasmantawan (El Cóndor y la Joven)

Der Kondor und das junge Mädchen

Genießen Sie in der Mediathek das Märchen audiovisuell! Dort finden Sie ein kleines Video zum Märchen im Stile einer graphischen Einführungsreportage und hören dabei Märchen auf Quechua.

Kunturimanta Sipasmantawan – quechua

El Cóndor y la Joven – español

El Cóndor y la Joven – spanische Abschrift

Cierta vez el condor era un joven

Andaba por los cerros y en su caminar se encotraba con una jovencita

Empezaron a enamorarse y el condor se la llevo para hacerla su esposa a su casa

Su casa era en una quebrada donde pasaron la noche

Al dia siguiente el condor salió en busca de comida dejando a la jovencita en la quebrada 

Viendose sola, la jovencita empezo a preocuparse

En ese instante aparecio el colibri y le preguntó – cómo llegaste tu aqui? Quién te trajo?

La jovencita respondió – el condor me trajo aquí y ahora me dejo y se fue a buscar comida

Quiero que me ayudes, quiero irme de aqui

El colibri se puso a su disposicion y le dijo – te voy a ayudar y te voy a bajar de esta quebrada.

Der Kondor und das junge Mädchen – Übersetzung

Es war einmal ein Kondor, der war ein junger Mann

Er wanderte durch die Hügel und traf auf seinem Weg ein junges Mädchen

Sie verliebten sich ineinander, und der Kondor nahm sie mit nach Hause, um sie zu seiner Frau zu machen.

Sein Haus lag in einer Schlucht, wo sie die Nacht verbrachten.

Am nächsten Tag ging der Kondor auf Nahrungssuche und ließ das junge Mädchen in der Schlucht zurück.

Als sie sich allein sah, begann das junge Mädchen, sich Sorgen zu machen.

In diesem Moment erschien der Kolibri und fragte sie: „Wie bist du hierher gekommen? Wer hat Sie hergebracht?

Das junge Mädchen antwortete: „Der Kondor hat mich hierher gebracht, und jetzt hat er mich verlassen und ist auf Nahrungssuche gegangen.

Ich möchte, dass du mir hilfst, ich möchte hier rauskommen.

Der Kolibri stellte sich ihr zur Verfügung und sagte: „Ich werde dir helfen und dich aus dieser Schlucht herunterholen.

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Weltbild – Christentum

Der römisch-katholische Glaube ist in Lateinamerika die am weitesten verbreitete Religion in Lateinamerika. Zwar treten evangelikale Bewegungen auch hier verstärkt auf, dennoch setzte sich die römisch-katholische Kirche in der Region durch Conquista und Zwangschristianisierung bis heute durch. Noch immer sind dabei koloniale Strukturen zu beobachten. 

Durch die Missionierung wurden im Zuge der Conquista die lokalen Bevölkerungen oftmals unter Zwang zu Christen. Nach den Eroberungszüge  der Konquistadoren kamen auch Mönche nach Lateinamerika und setzten die Missionierung fort. Sie gründeten Kloster, bauten Kirchen und tauften die indigenen Bevölkerungen und etablierten so den christlichen Glauben.

Allerdings lassen sich bis heute auch synkretistische Elemente des lateinamerikanischen Christentums und regionale Anpassungen beobachten, wie zum Beispiel beim Día de los Muertos oder Todos Santos. Im andinen Raum wird teilweise die inkaische Pachamama teilweise mit der Gottesmutter Maria in Verbindung gebracht. In Dörfern werden Kirchenlieder und das Evangelium auf Quechua, der indigenen Sprache der Inka-Nachkommen, gesungen und verkündet. 

Mit der Amazonas-Synode wurde die Weltgemeinde auf die regionalen Besonderheiten der römisch-katholischen Kirche aufmerksam gemacht und entsprechende Reformen gefordert. 

Eine weitere Besonderheit ist die Befreiungstheologie. Es handelt sich dabei um eine politisch links geprägte theologische Bewegung, die sich insbesondere um die arme Bevölkerung kümmert und sich entschieden gegen Korruption richtet. Vertreter dieser Bewegung mit Weiheamt wurden von der Glaubenskongregation gemaßregelt und von organisierten Verbrechen und Regimevertretern teilweise diffamiert und ermordet. 

mh

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Tracht – Uru-Murato

David Choque – Líder vitalicio

Während eines Besuchs im Dorf Puñaca Tinta Maria im November 2012 berichteten einige Dorfbewohner u.a. von den Problemen und Herausforderungen, die im Zusammenhang mit dem Austrocknen des Sees und der Landflucht der Jüngeren stehen. Hier sehen Sie eine dieser Personen: David Choque – Anführer auf Lebenszeit der Urus-Murato.

Die Uru-Murato – kurz Urus – sind eine indigene Gruppe aus dem südwestlichen Bolivien. Ihre ursprüngliche Sprache war das Urukilla, die jedoch schon während der Kolonisierung durch die Inka zugunsten des Aymara fast gänzlich aufgegeben wurde. Durch die Ausdehnung des Aymara-Gebietes wurden die Urus, die aus den drei Hauptgruppen der Uru-Chipaya, den Uru-Murato und den Uru-Iruito bestehen, aus ihrem ursprünglichen Siedlungsgebiet verdrängt.

Heute verbindet man mit dem Namen „Uru“ vor allem die Urus am Titicacasee und ihre künstlichen schwimmenden Inseln, die zu Touristenattraktionen geworden sind. Über die Uru-Murato, die auch „hombres del lago“ – Menschen des Sees – genannt werden, lassen sich nur wenige dezidierte Informationen finden.

Das wichtigste Merkmal der Uru-Murato sind die Hüte, die je nach Untergruppe aus Wolle, Totora – einer Schilfart – oder Stroh bestehen. Bei den Urus des Poopó-Sees wird der Hut – Ch‘illawa genannt – aus Stroh hergestellt. Die Hüte werden mit blauen Hutbändern versehen, die das Wasser repräsentieren.  

Die Kleidung der Uru-Muratos besteht hauptsächlich aus Schafs- und Lamawolle, die selbst gewebt wird.

Charakteristisch ist bei den Männern weiterhin der Poncho. Dieser wird Ira genannt und ist ein offenes Oberteil, das eine Öffnung für den Kopf hat. Er ist weiß und hat schwarze Linien. 

Als Fußbekleidung dienen Abarcas – traditionelle Sandalen. Diese werden aus Nackenleder von Lamas hergestellt. Zeitgenössische Abarcas werden in den Städten vor allem aus alten Autoreifen oder Kuhleder hergestellt und heute auch von den Urus verwendet.

Die Kleidung der Urus ist ein wichtiges identitätsstiftendes Merkmal, mit der sie sich von anderen indigenen Gruppen wie den Quechuas oder Aymaras unterscheiden. Die Urus tragen vor allem Kleidung in Schwarz, Grau, Braun und Weiß, sie besticht durch ihr schlichtes Design.

Schwarz steht dabei für für den Taraca, einen schwarzen Vogel sowie für das Lama und den schwarzen Schlamm des Poopó-Ufers. Weiß steht für die Wellen des Wassers. Die Streifen der Iras und Ponchos sind auf die Wasserbewegungen des Sees zurückzuführen.

Die Kleidung der Urus-Murato gibt also die große Bedeutung des Wassers allgemein und des Poopó-Sees als ehemals zweitgrößtem Sees Boliviens als Lebensgrundlage wieder. Der See war bereits 1994 beinahe ausgetrocknet. 2013 waren schon viele der jüngeren Urus aufgrund der Perspektivlosigkeit durch die Dürre in die Städte ausgewandert. Bereits 2015 gingen Wissenschaftler nicht mehr von einer Regeneration aus, auch wenn es 2018 temporär dazu kam. Seit 2021 gilt der See erneut als ausgetrocknet.

Mathias Hartmann (Goethe-Universität Frankfurt)

Literatur

Callapa Flores, Carlos Esteban und Escalera Delicia Escalera Salazar (2019): „Mi vestimenta es mi cultura uru“. Cochabamba: FUNPROEIB Andes

Hartmann, Mathias (2013): Feldtagebuch Freiwilligenjahr (August 2012 bis August 2013)

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