Neuigkeiten aus Lateinamerika #01

Liebe Leserinnen und Leser,

heute erhalten Sie eine kleine unvollständige Zusammenfassung an Neuigkeiten aus Lateinamerika aus Kultur, Technologie, Politik und Wirtschaft.

Kultur und Gesellschaft

Mit seiner Halbzeitshow während des Super-Bowls feierte der lateinamerikanische Star Bad Bunny Amerikas Vielfältigkeit. Dabei bediente er sich zahlreicher politischer Anspielungen, während US-Präsident Trump vor Wut schäumte.

Neben dem puertoricanischen Star waren unter anderem auch Ricky Martin und Lady Gaga mit Gastauftritten Teil der berühmten Halbzeitshow.Sie thematiserte sowohl Einheit, als auch die Vielfalt Amerikas und artikulierte den Wunsch der Bevölkerungsteile mit Migrationshintergrund, mitzugestalten anstatt integriert zu werden.

Ebenso kritisierte die Show Trumps Migrationspolitik und die kontroversen Maßnahmen der Migrationspolizei ICE.

Trump selbst bezeichnete die Show als „absolut fürchterlich“  sowie „ekelerregend“ in seinem allgemein bekannten und gewohnten Duktus. Auch kritisierte er, dass die Show auf Spanisch gehalten wurde, sodass man kein Wort verstünde. Dass Spanisch die am zweithäufigste gesprochene Sprache der USA ist und im US-Außengebiet Puerto Rico Amtssprache ist, scheint ihm bei seiner Aussage nicht zu interessieren.

Technologie und Fortschritt

Da KI und andere Softwareprodukte häufig aus den USA und dem globalen Norden stammen, werden KI-Produkte auch zumeist mit Quellen gefüttert, die in den USA generiert wurden. Dies hat zur Folge, dass bei Detailfragen die KI oft zu fantasieren beginnt.

Um dem etwas entgegenzusetzen, haben über 30 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in Chile eine lateinamerikanische KI gebaut: LatamGPT.

Ziel ist es, technologische Unabhängigkeit zu gewährleisten und lateinamerikanische Kulturen besser darzustellen. Dabei spielt auch eine wichtige Rolle, dass die KI Spanisch, die am häufigsten gesprochene Sprache in Lateinamerika, besser verarbeiten kann. Dadurch können Kultur, Weltanschauungen und Themen wie Kolonialgeschichte anders verarbeiten werden als eine KI, die sich hauptsächlich auch englischsprachige Quellen stützt und kulturell us-amerikanisch bzw. westlich geprägt ist.

Politik

Bereits zum dritten Mal in Folge wurde ein peruanischer Präsident aus seine Amtes entfernt.

Aufgrund von Korruptionsvorwürfen kam es im peruanischen Parlament zu einem Misstrauensvotum gegen Interimspräsident José Jerí. Hintergrund sind nicht offengelegte Treffen mit chinesischen Geschäftsleuten. Die Staatsanwaltschaft leitete daraufhin erste Ermittlungen unter anderem wegen Einflussnahme ein. 

Jerí war bereits der siebte Präsident seit 2016 und beerbte als Interimspräsident Dina Boluarte, die im Oktober 2025 ihres Amtes enthoben wurde. Formal wurde Jerí nicht seines Amtes enthoben, dafür wäre eine Zweidrittelmehrheit nötig gewesen. Vorab kündigte er allerdings an, das Misstrauensvotum, für das eine einfache Mehrheit ausreichend ist, respektieren zu wollen, obwohl er jegliche Vorwürfe bestreitet.

Wirtschaft

Nach langem Ringen hat sich die EU über das geplante Mercosur-Abkommen verständigt, das das weltweit größte Freihandelsabkommen werden soll.

Argentinien und Uruguay haben dieses als erstes mit der EU ratifiziert und profitieren dadurch schon jetzt vom Freihandelsabkommen, obwohl das formelle Inkrafttreten noch mehrere Monate dauern wird.

Durch das Freihandelsabkommen profitieren die Europäer vor allem beim Export von Automobil- und chemischen Produkten, während aus Südamerika vor allem Rohstoffe und landwirtschaftserzeugnisse exportiert werden dürften.

Quellen:

stern.de | tagesschau.de | zeit.de

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